Wußtest Du…
welch große Kraft in dem kleinen Wort „Nein” steckt?
Sagst Du auch oft „Ja”, obwohl Du es eigentlich nicht willst?
Für viele von uns ist es nicht einfach, das Wort „Nein” auszusprechen. Wir wurden dazu erzogen zu gefallen und zuzustimmen, um Konflikte zu vermeiden oder andere nicht zu
enttäuschen. Diese Neigung, ein Ja-Sager zu sein, kann uns jedoch dazu bringen, uns Dinge aufzubürden, die uns nicht gut tun.
Unsere ersten Erfahrungen mit dem Wort Nein, machen wir in unserer Kindheit. Tun wir Dinge, die wir nicht dürfen oder die für uns gefährlich sind, hören wir von unseren Eltern ein klares „Nein”.
Später testen wir mit diesem Wort unsere Grenzen aus. Dabei stoßen wir oft auf Unverständnis oder Ablehnung, wenn wir unsere Eltern mit dem Wort Nein konfrontieren. Daraus lernen wir dann, daß dieses Wort meist negativ besetzt ist. Ein solch früher Eindruck ist prägend und nur schwer wieder loszuwerden.
Dabei fehlt uns im Alltag nicht grundsätzlich die Bereitschaft, „Nein” zu sagen. Vielmehr liegt es an den Umständen. Sind wir müde oder stehen unter Streß oder werden wir überrumpelt, hat unser leises inneres „Nein” kaum eine Chance nach außen durchzudringen. Das Gehirn schaltet auf „Ja” – es fühlt sich besser an, weil wir einen Konflikt vermeiden.
Warum fällt es uns so schwer, Nein zu sagen?
Daß es uns schwerfällt, jemandem eine Bitte abzuschlagen, der uns viel bedeutet, liegt unter anderem an der Angst vor dem möglichen Liebesentzug, wenn wir die Erwartungen
anderer nicht erfüllen. Jedenfalls denken wir das.
Doch dieses Verhalten kann nach hinten losgehen, warnt der dänische Erziehungsexperte Jesper Juul (1948−2019): „Wenn wir jemanden lieben, sind wir bereit, zugunsten von Nähe
und Gemeinsamkeit freiwillig unsere Grenzen zu opfern…” Wir können jedoch nur dann aus vollem Herzen Ja zu uns und zueinander sagen, wenn wir auch zu einem authentischen Nein in der Lage sind.
Wenn wir nicht Nein sagen, wo wir ein Nein empfinden, bleiben uns nur drei unbefriedigende Möglichkeiten:
1. das lauwarme Ja
2. die Lüge
3. die Resignation
Die Umerziehung seit 1945
Aus dem Volk der Dichter und Denker ist ein Volk von Duckmäusern und obrigkeitshörigen Ja-Sagern geworden. Das Denken und eigenverantwortliche Handeln wurde uns von den Erfüllungsgehilfen der alliierten Besatzungsorganisationen ausgetrieben, wir wurden regelrecht entmündigt.
Seit 1945 werden die Menschen in Deutschland andauernd mit falschen bzw. verfälschten Informationen gefüttert – auch unsere Eltern, Großeltern, Universitätsprofessoren, Sol-
daten, Polizisten und natürlich auch Politiker. Diese Falschinformationen sind verknüpft mit dem alliiert verordneten Schuldkomplex.
Eine starke Kombination: Falsche Informationen führen dazu, daß wir das falsche glauben und das falsche denken. Diese Gedanken erzeugen schlechte Gefühle! Die langfristige
Wirkung ist verheerend.
Seit 1945 sind wir fremdbestimmt und unterliegen der Willkür der alliierten Besatzungskräfte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Oder doch?
Der russische Präsident Putin sagte Anfang Dezember 2024 während eines Wirtschaftsforums in Moskau zu dem Geschäftsführer eines deutschen Unternehmens: „Sie sind Deutscher, warum stellen Sie mir Ihre Frage auf englisch und nicht auf deutsch?” Der Mann bedankte sich für die Gelegenheit, deutsch zu sprechen und antwortete: „Herr Präsident, ich weiß, daß Sie die deutsche Sprache lieben…” Putin unterbrach ihn und entgegnete: „Nein, nein, es geht nicht um mich. Es geht um Souveränität, verstehen Sie.”
Jedoch, um unsere Souveränität leben zu können, müssen wir sie zuerst in uns wahrnehmen. Erst, wenn wir spüren, daß wir souverän sind, wenn wir wissen, wer wir sind und was
unser Recht ist, sind wir in der Lage, die dazu passende Haltung einzunehmen.
Das heißt, sich von den Knien zu erheben, sich aufzurichten: Bauch rein, Brust raus, Kopf hoch, Augen geradeaus und… Lächeln nicht vergessen!
Sagen wir Ja, obwohl wir es nicht meinen, sagen wir Nein zu uns selbst. Im Nachhinein ärgern wir uns dann über uns selbst.
„Ich sag nicht Ja – nicht ohne guten Grund.
Ich sag nicht Ja – nicht mit 'nem Nein im Mund.
Ich sag nur, was ich auch fühlen kann.
Ich sag nicht Ja – oder Ihr wollt, ich lüg’ Euch an.”
(Refrain aus dem Lied „Ich sag nicht Ja” von Silly)
Die Macht der eigenen Entscheidung
Die Fähigkeit, das Wort Nein auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit! Das Wort Nein ist nicht nur ein Mittel, um sich vor negativen Situationen zu schützen, sondern auch
eine Möglichkeit, die eigene Selbstbestimmung zu wahren.
Das Aussprechen des Wortes Nein ist ein Akt der Selbstfürsorge und Selbstachtung. Es befreit uns von ungewollten Verpflichtungen, toxischen Beziehungen und der Last, Erwartungen zu erfüllen, die nicht mit unseren Werten übereinstimmen.
Die Kraft der klaren Grenzen
Nein ist ein kleines, aber sehr wirkmächtiges Wort. Die Macht des Wortes Nein liegt nicht in seiner Ablehnung, sondern in seiner Befähigung. Denn die Fähigkeit, Vorschläge, Bitten
und vermeintlich drängende Aufgaben klar und konsequent abzulehnen, ist eine Schlüsselqualifikation auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.
Nein sagen – wozu?
Nein – zu Lidl-/Aldi-/Netto‑, Kaufland und sonstigen Apps
Nein – zu Rabattkarten
Nein – zur elektronischen Patientenakte
Nein – zu … (Dir fällt sicher noch mehr ein)
Es ist unser Recht, unsere Entscheidungen zu treffen und unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten – selbstbestimmt und frei von eines anderen nötigender Willkür.
Ich bin ein autonomes Wesen!
"Nein heißt Nein, sagt die Maus." – Annette Betz Verlag
In diesem Sinne: Sei achtsam.
Sylvia E. Geiß
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